Ortsportrait Eichenberg

Ortsportrait A-6911 Eichenberg – dem Himmel so nahe

Wer einen ruhigen, idyllischen Ort, mit Blick über den Bodensee, das Rheintal und ins Allgäu sucht, der kommt an der Ortschaft Eichenberg, in der Nähe von Bregenz, nicht vorbei. Der Urlaubort Eichenberg ist auch bekannt für spektakuläre Sonnenuntergänge, für seinen prämierten Bergkäse und die blumenbedeckten Wiesen.
Aber nun einmal langsam und von Anfang an. Die Gemeinde Eichenberg befindet sich auf 790 m Seehöhe, ca. 10 km von Bregenz entfernt und umfasst eine Fläche von  11,59 km². Eichenberg erreicht man am besten von 6911 Lochau kommend, über die ca. 3 km lange die Eichenberger Strasse. Von Möggers kommend führt der Weg über das, zu Eichenberg gehörende Lutzenreuthe, ins sogenannte Dorf, also das Ortszentrum rund um die Kirche von Eichenberg. Eichenberg ist die, flächenmäßig größte Gemeinde, in der Region Leiblachtal und schließt zahlreiche Ortsteile mit ein wie Jungholz, Lutzenreute, Niederholz, Schlüssellehen, Juggen mit ein. Dazu kommen verstreut liegende Einzelgehöfte.

Eine kurze Geschichte von Eichenberg

Eichenberg wurde 1320 unter der Bezeichnung „Aichberg“ erstmals urkundlich erwähnt, abgeleitet von den damaligen Eichenwäldern, die dann aber schon im Mittelalter gerodet wurden. Bis 1523 gehörte das ganze Gebiet den Montfortern, die später ihren Besitz an die Habsburger veräußerten. Der 8 km entfernte Nachbarort Möggers und Eichenberg waren lange Zeit eine Gemeinde. Auch heute noch werden viele öffentliche Dinge gemeinsam geregelt.
Über lange Zeit im Besitz der Montforter, wird unter anderem Möggers mit Eichenberg von den Habsburgern im Jahre 1523 durch Kauf erworben. Bis zum Zusammenbruch der Monarchie nach dem 1. Weltkrieg waren Eichenberg und Möggers Teil des Habsburger Reiches und von 1805 bis 1814 ein Teil Bayerns. Mit Wirkung vom 5. April 1922 wurde Eichenberg zur selbständigen Gemeinde. Von 1938 bis 1946 wurde Eichenberg nach Bregenz eingemeindet, um sich dann von 1945 bis 1955 in der französischen Besatzungszone zu befinden. Schon ab dem 15. Jahrhundert führte ganz in der Nähe die obere und die untere Salzstraße vorbei. Die Einwohner lebten jedoch trotzdem sehr abgeschieden.

Zum ersten Gemeindevorsteher wurde 1922 Adolf Dürr berufen, der seine Amtsgeschäfte von seinem Hof, im drei Kilometer vom Ortskern entfernten Ortsteil Lehen führte. Während er sieben Jahre als Bürgermeister im Amt war, konnte Josef Degasper, er war von 1965 – 1983 Bürgermeister, auf 18 Jahren Amtszeit verweisen. Bürgermeister Hermann Gmeiner, (1985 – 2010), übertraf ihn allerdings mit einer 25-jährigen Amtszeit. Nach der Gemeindevertretungswahl 2010 gab Gmeiner das Amt an seinen Nachfolger, Alfons Rädler, ab. Dieser wiederum wurde bei der Vorwahl zur Gemeindevertretungswahl 2015 von den Wählern nur auf den sechsten Listenplatz gereiht und stellte sich in der Folge nicht mehr der Wahl zur Gemeindevertretung. Sein Nachfolger wurde Josef Degasper, der namensgleiche Sohn des Altbürgermeisters gewählt.

Musikverein Eichenberg

Was wäre eine Gemeinde wie Eichenberg, ohne Treffpunkte wie Vereine, um sich auszutauschen und miteinander Schönes zu erleben. Eine gute Gelegenheit dazu ist der Musikverein Eichenberg. Er ist ein junger dynamischer Verein mit unglaublichen 33 aktiven Mitgliedern aus allen Altersstufen und das bei gerade mal 400 Eichenbergern. Das Repertoire reicht von traditionellen Märschen über böhmische Polkas bis zu Stimmungsmusik und konzertanten Stücken. Gerne wird er zu Festen und Frühschoppen in unserer Umgebung eingeladen und spielt dabei sein Stimmungsprogramm bei verschiedenen Veranstaltungen, wie Feiern in der kirchlichen Gemeinde. Ein Highlight, ist auch die Teilnahme des Muiskvereins an Festumzügen und Zeltfesten. Auch die Jugendarbeit kommt bei diesem Verein nicht zu kurz, das zeigt auch das diesjährige Jugendmusiklager
Hier ein paar Kostproben auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCOW-kNbamnK2hSztteBTLag und noch ein Link zur Facebookseite des Musikvereins: https://www.facebook.com/mveichenberg

Urlaub in Eichenberg – ganz nahe an der Zivilisation und doch irgendwie weit weg

Eichenberg gilt zu Recht, als eines der attraktivsten Bergdörfer in der Region am östlichen Bodensee. Die Lage ist für Urlauber ideal, denn das an den Ausflugszielen so reiche Umland, ist von hier aus leicht zu erreichen. Von Eichenberg aus ist man in 15- 20 Minuten in Bregenz, Lindau und Dorbirn. Man kommt leicht nach St. Gallen, Konstanz, Meersburg, Friedrichshafen oder Ravensburg. Sogar der berühmte Rheinfall von Schaffhausen, ist nur einem Tagesausflug weit weg.
Als höchste Erhebung im Gemeindegebiet gilt der Hochberg mit 1.069 Höhenmetern und ist damit 5 m höher, als der nahegelegene Pfänder, der Hausberg von Bregenz. Hier verlaufen tolle Wanderrouten nach Scheidegg, Möggers, oder direkt zur Pfänderspitze, die es auch untrainierten Menschen ermöglichen Bergtouren zu machen. Eine interessante Variante besteht darin, zur Pfänderspitze zu laufen, oder mit der Pfänderbahn in Bregenz einzuschweben und Bregenz zu besuchen. Retour geht wieder per Pfänderbahn oder, mit dem gelben Landbus . Unglaubliche 17.000 Gästenächtigungen werden in dem 400 Einwohner zählenden Dorf verzeichnet. Urlaub mit Blick auf den Bodensee, an einem bezaubernden, ruhigen Ort, mit idyllischer Landschaft und intakter Dorfgemeinschaft ist hier für die ganze Familie möglich.

Für Familienurlaub mit Kindern bieten unsere zahlreiche Gastgeber, besonders auch die Bauernhöfe mit ihren kindergerechten Ausstattungen, die besten Voraussetzungen für Spiel und Spaß. Der hautnahe Kontakt mit den Tieren im Stall ist gerade für Kinder ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Mehrere Gastgeber bieten speziell für Kinder, aber auch Erwachsenen die Möglichkeit Kleintiere zu streicheln oder dem Bauern beim Füttern der Tiere helfen, oft wird auch dort gleich ein richtiger Kinderspielplatz in freier Natur zur Verfügung gestellt. Informationen zu den Unterkünften in Eichenberg, wie Hotels, Privatzimmer und Ferienwohnungen finden Sie bei Eichenberg Tourismus und auf der Seite von Eichenberg unter: https://www.eichenberg-bodensee.at/Freizeit_Tourismus/Ihre_Gastgeber

Käse, Käse, Käse

Eines der zentralen Themen von Eichenberg war und ist noch heute die Herstellung von Käse. Die Weiden sind voller Kräuter, das Wasser rein und die Luft gut. So geben die Kühe hier auch eine hervorragende Milch, Schon 1902 wurde die Sennerei Lutzenreute und 1937 die Sennereigenossenschaft Jungholz- Hinteregg gegründet. Beide Sennereien verarbeiten naturnah produzierte „Heumilch“ zu hervorragenden Butter- und Käseprodukten die auch international immer wieder Preise gewinnen. Der Käsemeister von Lutzenreuthe holte bei der Käseolympiade unter anderem eine Goldmedaille. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Weiden erfolgt auch heute noch in traditionellen Familienbetrieben. Hier kann man noch die ganze Familie z.B. beim Heuen auf den steilen Wiesen beobachten, im Hintergrund der Bodensee und die Schweizer Berge. Das alles nur 15 bis 20 Minuten, also einen Katzensprung von Bregenz und Lindau entfernt.

Der Käsewanderweg rund um Eichenberg

Wanderer nutzen auch gern, den gut ausgebauten, Josef Rupp Käsewanderweg, an dem nummerierte Schautafeln die Käseherstellung dokumentieren. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass der Wanderer immer genau weiss, wo er sich auf dem Weg befindet, und wie weiter er noch gehen möchte. Sie zeigt auch Möglichkeiten zur Rast und andere interessante Plätze.

Die informative Karte zum Käsewanderweg gibt es in Papierform in allen Unterkünften und im Gemeindeamt, gleich neben der Kirche. Download Käsewanderkarte mit vielen Infos

Einige der Stationen am Käsewanderweg am Pfänder sind:
• Bergstation Pfänderbahn bis Moos
• Parzelle Jungholz – Hinteregg, hier hat man die Möglichkeit die Sennerei Jungholz – Hinteregg
• von dort weiter nach Trögen mit der Einkehrmöglichkeit beim Tröger Stüble.
• dann weitere nach Lutzenreute, Möglichkeit zur Besichtigung der Sennerei Lutzenreute,
• Rückwanderung über Eichenberg und Juggen zum Pfänder

Historische Stätten in Eichenberg, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind

Pfarrkirche St. Bernhard: Die Kirche wurde 1836/1837 unter der Leitung des Architekten Martin von Klink und des Malers Johann von Hörmann mit dem Maurermeister Josef Daum und dem Zimmermeister Johann Stöckeler erbaut und 1849 geweiht. Anfangs dem Dekanat von Bregenz unterstellt, wurde die Kirche 1842 eine Expositurkirche und 1873 eine Pfarrkirche. Eine schmucke Kirche die das Ortsbild und Zentrum prägt und gerne auch von Touristen besucht wird. Der Hochaltar hat einen flachen Säulenaufbau mit Giebel und eine hohe Tabernakelzone von Josef Zipper aus dem Jahr 1840. Das Altarbild hl. Bernhard vor Maria mit Kind gestaltete Frater Josef Wiedemann (1901). Das Giebelgemälde zeigt das Herz Jesu. Die Orgel baute Anton Behmann (1888) und die Gebrüder Mayer (1922).
Ruine Ruggburg: Die Ruggburg ist die Ruine einer Spornburg auf einem Bergsporn in halber Höhe des Westabhangs des Pfänderrückens (ein eigener Beitrag mit Fotos zur Ruine Ruggburg folgt hier demnächst).
Kapelle St. Michael: Die rechteckige Kapelle mit eingezogenem Chor und Glockendachreiter wurde im Jahr 1773 erbaut. Der Altaraufbau stammt aus der Zeit um 1700, das Altarbild des heiligen Michael aus dem 19. Jahrhundert. Die Muttergottesstatue links an der Chorbogenwand ist ein Werk des späten 18. Jahrhunderts.

Schwedenofen, Solarenergie und Hackschnitzel

Auch in Eichenberg, so idyllisch es gelegen sein mag, bleibt die Zeit nicht stehen. Vor Jahren war sogar einmal in der Nähe ein Windpark im Gespräch. Dieses Idee wurde jedoch, gottseidank verworfen. In Eichenberg helfen aber viele kleine Projekte CO2 einzusparen. Die Nahwärmeversorgung Eichenberg-Dorf hat schon im Jahr 2010 ihren Betrieb aufgenommen. Neben dem Gemeindeamt werden derzeit 15 kleinere bzw. größere 17 Objekte über diese neue zentrale Heizanlage mit “Biowärme” beliefert. Rund 1.600 Raummeter Hackschnitzel aus dem eigenen Holzbestand von Eichenberg und Umgebung ersetzen jährlich rund 100.000 Liter Heizöl. Einige Häuser verfügen über einen Schwedenofen, aber auch Luftwasser-Wärmepumpen mit einen Effizienzgrad von 3 oder 4 in Verbindung mit Solaranlagen sind im Einsatz.

AUFRUF an Leser aus der Region Eichenberg, Möggers: Wir suchen noch Geschichten, Fotos, Wissenswertes über die Region – wer weiß was? Angeschlossen an diesen Beitrag, werden Sie zukünftig eine Vielzahl kleiner Beiträge, über die Gemeinde Eichenberg, die Geschichte einzelner Familien, Historie oder über Themen die mit der Region am Pfänderrücken zu tun haben, hier finden. Aktuell suchen wir noch Menschen die ihre Geschichten erzählen und diese Geschichten, mit Bildmaterial, als Einzelbeitrag, veröffentlichen wollen. Diese Beiträge werden von uns gesichtet, in Zusammenarbeit mit dem Author redigiert und dann online gestellt. So kann jeder etwas zur Historie seiner Gemeinde beitragen. Auch Firmen haben hier die Möglichkeit sich hier über redaktionelle Beiträge vorzustellen – schreiben Sie oder lassen Sie schreiten.
Wenn Sie etwas zur diesem Ortsportrait beitragen möchten, einfach beim Ländle Marktplatz Lizzy Zazyal per Mail melden info@laendle-marktplatz.at.

Lizzy Zazyal
Author: Lizzy Zazyal

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